Dienstag, 13. Juli 2010

Immer einer mehr ....

sitzt bei uns am Küchentisch. Ich kenne es gar nicht anders. Wir sind 4 Personen, aber decken immer für mindestens 5. Es fing schon früh an, dass die Freunde der Kinder kamen und selbstverständlich mit uns zu Abend aßen. Da wir Mittags nie zu Hause sind, gibt es immer ein warmes Abendessen und meistens sitzt ein Besucherkind oder -erwachsender dort.

Schon immer gab es ein offenes Haus, die Besucher wechselten zwar, aber irgendwie fühlt man sich wohl bei uns. Das ist doch gut so.

Als Kind war es auch schon so, wir waren viele und noch mehr mittags am Tisch. Es gab immer mal wieder den ein oder anderen, der nach der Schule mit bei uns war. Es gab auch immer Kinder, die meine Mutter gern beaufsichtigte für die Mütter, die berufstätig sein mußten. Damals war das ja noch nicht so oft, aber es kam vor. Ein Nachbarskind kam auch mal über Nacht, wenn seine Eltern etwas vor hatten. Einzelkind und dann der Trubel in einer Großfamilie, die sogar schon Schokolade zum Frühstück aß. Das werde ich wohl nie vergessen, wie er dieses Merkmal als erstes seiner Mutter unter die Nase rieb, dass wir schon zum Frühstück Schokolade aßen. Denn er war sehr gut behütet, es gab Einteilungen und Dinge, die es gar nicht gab. Wir hingegen hatten von allem etwas, von vielem die günstige Discounterversion, aber schlechter ging es uns damit auch nicht.

Und wir hatten uns, war zwar auch nicht immer lustig, wenn mein Plüti verdroschen wurde, aber gut, die Rache kam sofort. Und wir hatten eben immer diese Besucherkinder und dieses setzte sich fort und hält an. Noch heute gibt es sie, die Besucherkinder die noch gern ein Pläuschchen mit meiner Mutter halten und von ihrer Lebenserfahrung profitieren.

Ich bin gespannt, wie meine heutigen Besucherkinder ihren Weg gehen und wieviel davon übrig ist, wenn meine Kinder mal erwachsen sind und ihrer Wege gehen.

Ist es bei euch auch so?? Das würde mich wirklich sehr interessieren.

3 Kommentare:

  1. Ja, bei uns ist sowas auch selbstverständlich. Allerdings waren wir alle berufstätig und sind es noch und so ist es immer gut zu wissen, dass im notfall jemand da ist, der vielleicht die kinder irgendwo hinfahren kann oder abholen und wo sie auch eben mal bleiben können. noch ein bischen früher, so vor bummeligen 20 jahren, war der zusammenhalt bei uns noch größer, da wurde am wochenende dann nur bei einem gekocht und alle gingen hin, das war echt toll. leider denkt heute auf dem land noch die meisten so, in der stadt hingegen ist wohl die anonymität riesig. schön, wenn es sowas noch gibt.
    viele grüße, katrin

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  2. So ein offenes Haus mit Leben gefüllt ist eine tolle Sache. Ich beneide Dich um diese Erfahrung. Die Verhältnisse unter denen ich aufwuchs, haben so etwas leider nie zugelassen.
    Liebe Grüße, Silvia

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  3. Mh, also glaube ich gibt es doch viele unterschiedliche Lebensgewohnheiten. Ich erinner mich auch an einen Besuch im "Pott" bei Verwandten, die ich eigentlich nicht kannte. Ich blieb aber spontan bei der Tochter, 6 Wochen Sommerferien, und wiederholte das jährlich wieder, bis ich mich zu groß dafür fühlte.

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